7. Juli 2017
Praktikum CMS
Kanzleialltag

Mythos Großkanzlei: lange Arbeitszeiten, Ellbogenkultur, übermäßiger Druck?

CMS bietet jedes Jahr Praktikantenprogramme an. Eine Teilnehmerin berichtet, wie die Arbeit in einer Großkanzlei wirklich abläuft und ob die Mythen stimmen.

Wer kennt sie nicht, die Mythen über die Großkanzleien? Auch wir Praktikanten brachten einen ganzen Sack voll Erwartungen und auch Vorurteile mit, als wir in dem Kölner Büro von CMS zu Beginn unseres Praktikantenprogramms begrüßt wurden.

Praktikum bei CMS – drei Wochen in allen Bereichen einer Großkanzlei

Das Praktikantenprogramm in Köln/Düsseldorf findet zweimal jährlich statt. Es ist auf drei Wochen ausgelegt und umfasst sowohl einen Programmteil als auch die Mitarbeit in einem der Teams.

Bereits vor Beginn des Praktikums wurde ich sehr nett, schnell und unkompliziert betreut und so konnte ich zusätzlich zu dem Programm auch noch zwei weitere Wochen am Kölner Standort bleiben.

Im diesjährigen Praktikantenprogramm waren mehr als 20 Jurastudenten aus dem gesamten Bundesgebiet. Wir waren auf verschiedene Teams der Standorte Köln und Düsseldorf aufgeteilt. Innerhalb dieser Teams wurden wir von den jeweiligen Partnern und zugehörigen Anwälten betreut.

Die insgesamt sechs Programmtage in Köln und Düsseldorf verbrachten wir alle zusammen. Das Praktikantenprogramm umfasste eine Mischung aus inhaltlichen Vorträgen, Fragerunden, Informationen über die Sozietät, einem Betriebsbesuch sowie Social-Events.

Die inhaltlichen Vorträge waren angelehnt an die Arbeit der Anwälte bei CMS. Wir erhielten eine Einführung in das Insolvenzrecht, eine Auffrischung im Umgang mit und der Überprüfung von AGB, einen Einblick in den Rechtsmarkt Russlands sowie eine „Tour“ durch die rechtliche Perspektive eines Arbeitslebens aus Sicht von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Auch eine kleine Compliance-Schulung gehörte mit zum Programm.

Theoretische und praktische Einblicke in den juristischen Arbeitsalltag

Das Besondere an allen Vorträgen und Veranstaltungen war, dass sich die jeweiligen Spezialisten der Rechtsgebiete für uns Zeit nahmen. Sie gaben uns sowohl einen theoretischen Input, als auch spannende Einblicke in ihren praktischen Arbeitsalltag. Die Vortragenden haben uns dabei oft auch auf Rechtsgebiete neugierig gemacht, die zuvor nicht unter unseren „Jura-Favoriten“ waren.

Außerdem erhielten wir während und nach den Vorträgen immer Gelegenheit, um unsere Fragen zu stellen. In einer angenehmen Atmosphäre konnten wir persönlich und für unsere rechtliche Ausbildung viel lernen.

Anonyme Fragerunde sorgt für offene und ehrliche Einblicke

In unserer ersten Fragerunde wurde uns das Fragenstellen leicht gemacht. Wir konnten unsere Fragen, Vorurteile oder Gedanken anonym auf Moderationskarten schreiben. In dieser Runde „trauten“ wir uns, die vorherrschenden Klischees anzusprechen. Unsere Fragen wurden anonym und mit einer erstaunlichen Offenheit beantwortet.

Wir haben ehrliche Antworten zu Themen wie Arbeitszeiten, Druck, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und vielem mehr bekommen. Die Antworten deckten sich auch mit unseren Beobachtungen: Der Anwaltsberuf ist durchaus zeitintensiv; aber eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist leistbar. Die Atmosphäre im Büro war kollegial und freundlich. Die von einigen erwartete Ellbogenkultur konnten wir nicht feststellen.

Der Blick über den Tellerrand – Einblicke in andere juristische Berufe

Im Rahmen des Programms hatten wir auch Gelegenheit, andere juristische Berufe kennenzulernen. Durch einen Besuch am Arbeitsgericht und den Vortrag einer ehemaligen Richterin blieb uns auch dieser Bereich nicht völlig verschlossen. Außerdem stellten uns ein Notar und Unternehmensjuristen ihre Professionen vor.

Daneben eröffnete uns CMS auch Einblicke in die unterschiedlichen Werdegänge und Möglichkeiten innerhalb der Sozietät; angefangen von der klassischen Anwaltstätigkeit, über die Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung, die möglichen Auslandsaufenthalte bis hin zu der nicht-klassischen anwaltlichen Tätigkeit innerhalb der Sozietät – dem Knowledge Management. Dieser offene Umgang mit den verschiedenen Möglichkeiten, die uns nach erfolgreich abgeschlossenen Staatsexamina eröffnet sein könnten, hat uns sehr gefallen.

Abendaktivitäten erleichtern das Kennenlernen

Wir Praktikanten konnten uns innerhalb des Programms auch durch die Abendaktivitäten kennenlernen. An einem Abend beispielsweise wurde ein Kochevent in einer Kölner Kochschule veranstaltet.

In Düsseldorf erwartete uns eine Altbier-Tour durch die Düsseldorfer Altstadt, die auch allen Kölnern Spaß gemacht hat. Besonders spannend war der Ausflug in ein mittelständisches Unternehmen, um den Beruf des Unternehmensjuristen näher kennenzulernen.

Die Arbeit im Team

Neben dem lehrreichen und spannenden Programm verbrachten wir viel Zeit in unseren Teams. Meine Erfahrungen hier waren für mich sehr positiv: Ich wurde nicht nur herzlich aufgenommen, sondern auch mit in die juristische Arbeit eingebunden. Alle Teammitglieder haben sich gerne Zeit genommen, mir ihre Arbeit zu erklären und mir Einblicke, Ratschläge und Korrekturen mit auf den Weg zu geben. So habe ich einen umfassenden Einblick in den Anwaltsberuf erhalten und mich in meinem Team sehr wohl gefühlt.

Während meines Praktikums habe ich wahrscheinlich mehr Arbeitsrecht gelernt, als bisher an der Uni. Ich konnte für mich feststellen, dass mir der Anwaltsberuf Spaß macht und ich mir eine Zukunft in einer Großkanzlei vorstellen kann. Die Klischees, mit denen ich im Voraus über Großkanzleien konfrontiert worden war, haben sich bei CMS nicht bestätigt und das Praktikum hat mir insgesamt viel Spaß gemacht.

 

Der Beitrag stammt von Frau Judith Papenfuß. Sie war in der Zeit von 20.02. bis 24.03.2017 Praktikantin bei CMS Deutschland in Köln.

Tags: CMS Großkanzlei Mythos Praktikumsbericht

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