5. September 2014
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Arbeitsrecht

Gesund in Frankfurt: XX. Weltkongress, Fachkongress und Fachmesse

In der vergangenen Woche war Frankfurt der Nabel der Welt für den Arbeits- und Gesundheitsschutz: Gleich drei Großveranstaltungen beschäftigten sich mit der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, und zwar schwerpunktmäßig  mit dem Thema Prävention.

Event 1: Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit

Der XX. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und ihrer internationalen Partner begann bereits am 24. August 2014. In zahlreichen Foren wurde über vier Tage lang berichtet, diskutiert und beraten. Schwerpunkt des Kongresses war das Thema Prävention: angefangen von Präventionskultur über Präventionsstrategien bis hin zur „Vision Zero″. Fast 4.000 Teilnehmer aus 143 Ländern waren hierzu nach Frankfurt gekommen.

Event 2: Fachkongress Arbeitsschutz Aktuell

Zeitgleich mit dem Abschluss des Weltkongresses wurde das Thema Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit vom Fachkongress Arbeitsschutz Aktuell der Fachvereinigung Arbeitssicherheit (FASI e.V.) fortgeführt. Verantwortliche, Experten, Betroffene und Multiplikatoren in Fragen der Sicherheit, Gesundheit bei der Arbeit und des Umweltschutzes trafen sich zum Austausch. Der Fachkongress hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Gesundheitsschutz weiterzuentwickeln, Konzepte zur Sicherheit, Gesundheit, Umwelt und Qualität auszuarbeiten und zu fördern und bietet eine breite Diskussionsplattform.

Am vergangenen Donnerstag waren wir im Kongress-Forum „Arbeitgeberverantwortung – Spielräume gestalten oder Regeln verwalten?″ dabei. In der als World Café ausgestalteten Veranstaltung führten wir die Diskussion „Betriebliche Regelungen im Arbeitsschutz – Umsetzung mit betrieblichen Akteuren″.

Nach zwei interessanten Diskussionsrunden ließ sich zusammenfassen, dass Know-how zum Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Unternehmen an verschiedensten Stellen vorhanden ist. Zwar sind die Know-how-Träger in der Regel auch diejenigen, die den Gesundheitsschutz vorantreiben, nicht selten aber werden Arbeits- und Gesundheitsschutz erst dann in ihrer Bedeutung wahrgenommen, wenn sie etwa mit dem Qualitätsmanagement verbunden werden.

Die Betriebsparteien sind sich jedoch häufig über den Umfang der Mitbestimmung nicht im Klaren. Es wurde deutlich: Die Themen des XX. Weltkongresses, also Präventionskultur und Präventionsstrategien, sind Voraussetzung für guten Arbeits- und Gesundheitsschutz, der den gesetzlichen Vorschriften entspricht.

Event 3: Fachmesse Arbeitsschutz Aktuell

Begleitet wurden beide Kongresse von der Internationalen Fachmesse Arbeitsschutz Aktuell rund um das Thema Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit mit fast 250 Ausstellern, darunter auch mehreren Berufsgenossenschaften, der DGUV und der BAUA . Allein hierfür wurden internationale Fachbesucher aus über 100 Ländern der Welt erwartet – vor zwei Jahren waren es über zehntausend.

Politische Diskussion zu einer Anti-Stress-Verordnung

Übrigens: Während sich Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles auf dem Weltkongress über die Rolle Deutschlands im internationalen Arbeitsschutz, die Notwendigkeit von Mindeststandards und sozialen Regelungen äußerte, nahm sie in einem am Folgetag veröffentlichen Interview zur Diskussion über eine Anti-Stress-Verordnung Stellung.

Dabei wies die Ministerin darauf hin, dass die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) beauftragt sei, sich mit der Frage zu befassen, ob und wie Belastungsschwellen festgelegt werden können. Bevor Betrieben etwas vorgeschrieben werden könne, müsse es allgemeingültige und rechtssichere Kriterien geben. Im Jahr 2015 sollen dazu erste Ergebnisse vorliegen.

Warten wir dies ab – in der Zwischenzeit sollten wir uns aber dennoch der Prävention im Arbeits- und Gesundheitsschutz widmen!

Tags: Anti-Stress-Verordnung Arbeits- und Gesundheitsschutz Arbeitsschutz Aktuell 2014 Fachkongress Präventionskultur Präventionsstrategie Vision Zero XX. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

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