17. Dezember 2020
Digitale Karrieretage 2020
CMS

Digitale Karrieretage 2020 bei CMS

Drei Teilnehmer* berichten aus verschiedenen Perspektiven über Konzept und Ablauf der digitalen Karrieretage bei CMS.

Karrieretage bei CMS: Das waren in der Vergangenheit zwei intensive Tage in Berlin im legendären Cafe Moskau mit rund 300 jungen Anwälten und einem vielfältigen Fortbildungs- sowie abwechslungsreichen Rahmenprogramm. Es gab zentrale Vorträge und Workshops für alle. 

Neben der jedes Jahr mit Spannung erwarteten Rede unseres Managing Partners Hubertus Kolster zu den Neuigkeiten aus der Kanzlei, fanden Impulsvorträge interner und externe Experten insbesondere zu Soft Skills Themen statt. Darüber hinaus gab es einen bunten Blumenstrauß an Workshops für alle Senioritätsstufen zu juristischen und nichtjuristischen Themen. 

Vor allem hatten wir stets viel Zeit zum persönlichen Austausch und Networken. Ausgedehnte Mittags- und Kaffeepausen, After-Work-Party am Freitagabend im Cafe Moskau mit fantastischem Essen an Kochstationen und eine große Gala am Samstagabend in ausgefallenen Berliner Locations luden zum Quatschen, Tanzen und Feiern ein.

Ausnahmezustand durch die COVID-19-Pandemie

Und dann kam “Corona”: Schnell war klar, dass eine Veranstaltung dieser Art nicht möglich sein würde. Was tun? Unser kreatives HR-Team setzte sich zusammen und erarbeitete ein digitales Konzept für die Karrieretage – so wie es im Kleinen schon für die Onboarding Tage für neue Mitarbeiter entstanden war. 

Die Fortbildung von 300 Anwälten in einem lockeren Format auf digitalem Wege war eine ungleich größere Herausforderung als die vielen kleinen Events, die bisher digital durchgeführt wurden. Unsere HR-Kollegen meisterten diese Hürde aber mit Bravour.

COVID-19-Pandemie zwingt zum Umdenken: CMS meistert digitale Herausforderungen

Der Auftakt fand Anfang November in Form eines Livestreamings statt. Über PC, Laptop oder Smart-TV holten wir uns Hubertus Kolster sowie eine spannende Experten-Talkrunde zum Thema “Resilienz und Achtsamkeit in der VUKA-Welt″ in die Büros, Homeoffices oder auch heimischen Wohnzimmer. 

Bereits mit der Ansprache von Hubertus Kolster wirkte alles eigentlich “so wie immer”. Eigentlich! Denn wir saßen eben nicht zusammen in einem gemeinsamen Raum, sondern jeder alleine vor seinem Bildschirm. Und dennoch: Auch auf virtuellem Wege holte er uns auf bekannt charmante und charismatische Art und Weise ab. 

In der anschließenden Talkrunde diskutierten Hubertus Kolster, Martina Hidalgo und Martin Gerecke mit zwei externen Experten in den Gebieten Positive Psychologie und Lebensglück. Was zunächst als ein wenig greifbares Thema daherkam, wurde spätestens mit anschaulichen Inputbeiträgen zum Arbeitsalltag in unserer Sozietät deutlich. Die Teilnehmer konnten einen Einblick erhalten, welche individuellen Karrierewege die Teilnehmer eingeschlagen hatten – gelebte Diversität bei CMS.

Dennoch kam etwas Wehmut auf, vor allem als vor und nach der eigentlichen Veranstaltung Fotos von den vergangenen Karrieretagen gezeigt wurden. Da ließ sich das “ich will nach Berlin, und zwar jetzt sofort” im Kopf kaum noch ausblenden. Für den ganz großen Schmerz gab es aber ein kleines Trostpflaster: Das HR-Team hatte allen Teilnehmern eine “Karrieretage-Box” mit liebevollen Gimmicks zuschicken lassen.

CMS Karrieretage

Ein weiteres kleines Schmankerl für alle gab es knapp eine Woche nach der Auftaktveranstaltung. Frederik Leenen und Julia Mergenthaler gaben vertiefte Einblicke in die Arbeit der Smart Solutions Einheit. Der Vortrag zum Thema “Eigenentwicklungen im Bereich Legal Tech – wie entstehen sie, wie kann man mitwirken, was haben wir schon?” machte richtig Lust auf “Jura kreativ”. Zudem folgte eine beeindruckende Vorstellung der zahlreichen und innovativen Tools für den Arbeitsalltag unserer Sozietät.  Ein Überblick über unsere Innovationen findet sich hier.

Ab dem 9. November starteten acht Online-Seminare für 25 anwaltliche Gruppen. Pro Seminar wurden jeweils drei bis fünf Sessions angesetzt. Denn ganztägige digitale Workshops sind nicht für alle Themen sinnvoll und machbar – das hatten wir im Zuge der Coronakrise bereits gelernt. Inhaltlich waren sie teils an die Workshops der vorangegangenen Jahre angelehnt bzw. darauf aufbauend, teils waren sie auf die neue Situation zugeschnitten.  Beispielhaft seien Themen wie “Centered Leadership – Mit positiver Psychologie besser leben und arbeiten”, “Präsent sein – Präsenz zeigen im digitalen Raum”, “Verhandeln für Jurist*innen” oder “Toolkit für die ersten Schritte im Business Development und Networking ohne Mandantenkontakt” genannt. Geleitet wurden die Seminare sowohl durch externe Dienstleister als auch durch CMS-Mitarbeiter.

Erfahrungsberichte der Trainer /Referenten und Teilnehmer

Wie fühlte sich das digitale Format für Mitwirkende und Teilnehmer an? Drei Kollegen berichten:

Trainer- und Referentenperspektive ‑  Martin Schulz, Carsten Felsch und Stefanie Klein-Jahns

Als das HR-Team uns ansprach und fragte, ob wir unseren bewährten Workshop “Am Puls aktueller Entwicklungen – Innovationspotenzial in den Geschäftsbereichen” dieses Jahr in digitaler Form anbieten möchten, waren wir erst ein wenig ratlos. In den letzten drei Jahren hatten wir stets einen kleinen Impulsvortrag gehalten und die Teilnehmer sodann mit Fragen zu Innovationspotenzialen in der Kanzlei in kleineren Arbeitsgruppen kreativ werden und präsentieren lassen. Während die Arbeitsgruppen im Cafe Moskau tagten, schauten wir als Trainer immer wieder vorbei, gaben Anregungen und halfen die Diskussion auf den Weg zu bringen. Die Teilnehmer diskutierten lebhaft und tauschten sich intensiv aus und präsentierten abschließend mit Überzeugung ihre Arbeit.

Herausforderung angenommen: Aus einem Präsenz-Workshop wurde ein Onlinekonzept 

Aber wie sollte dieses Konzept online funktionieren? Bereits im Frühsommer berieten wir in mehreren Online-Meetings intensiv zu der Frage und beschlossen, dieses Abenteuer zu wagen. Es blieb die Sorge: Spielen die Teilnehmer mit? Trauen sich alle im digitalen Raum zu diskutieren? Sind die Teilnehmer so diszipliniert und wählen sich zu den vereinbarten Terminen ein? Oder zerschlagen uns Mandantentermine und -aufträge unsere Aktivitäten? 

Unser erster Ansatz war jedenfalls, die Gruppen deutlich kleiner zu halten als bei Liveveranstaltungen. Maximal zehn Teilnehmer wurden zugelassen. Weiter entschieden wir, dass wir den Workshop auf sechs “Sessions” aufteilen würden. Wir diskutierten Veranstaltungstage und sinnvolle Uhrzeiten. Außerdem planten wir zwischen den einzelnen Terminen längere Zeitspannen ein, damit die Teilnehmer sich ausgiebig vorbereiten konnten. Ganz spontan entschieden wir uns unmittelbar vor dem Start der Karrieretage, mit Julia Mergenthaler und Romy Haferkorn zwei kundige “Trendscouts” aus unserem Legal Tech Team in die Veranstaltungen “einzuschleusen”. 

Arbeitsaufträge für unsere Teilnehmer

Nach einer kleinen Vorstellungsrunde starteten wir bei der ersten Online-Session mit allen Teilnehmern zunächst mit unserem “Impulsvortrag” zu Innovationsmanagement im Allgemeinen und zu Innovationen bei CMS im Besonderen. Die Gruppen erhielten im Nachgang dazu den Auftrag, eigene Produkt- und Prozessideen zu entwickeln und zu strukturieren bzw. Ideen zu neuen Legal Tech Produkten zu erarbeiten. Die Gruppen beraumten dafür selbstständig virtuelle “Arbeitssitzungen” an. 

Unser Ziel war, bei allen Teilnehmern das Bewusstsein dafür zu schärfen, an welcher Stelle und in welcher Form Innovationen bei CMS sinnvoll zum Einsatz gebracht werden können. 

Kreative Lösungen unserer Teilnehmer

Anschließend stellten die Teilnehmer ihre Ideen für Innovationen und neue Legal Tech-Produkte vor. Die Arbeitsergebnisse und Vorschläge, die dabei von beiden Gruppen nach kürzester Zeit präsentiert wurden, übertrafen bei Weitem unsere Erwartungen. 

Mit dem Legal Tech-Team werden wir nun gemeinsam überlegen, wie diese schönen Ideen weiter vorangetrieben und gegebenenfalls zu einem neuen Produkt für die Kanzlei weiterentwickelt werden können. In jeder Gruppe meldeten sich sofort Freiwillige, die bereit sind, diese Entwicklung in Zukunft zu begleiten.

Vor- und Nachteile digitaler Formate

Für uns als Trainer/Vortragende war dieses Experiment sehr lehrreich. Der Impulsvortrag selbst ließ sich online problemlos verwirklichen. Vor allem konnten wir im Anschluss an den Vortrag Interessierten ad-hoc Live-Einblicke in verschiedene CMS-Tools geben. Das hätte im Livebetrieb den Rahmen gesprengt.

Auch die Diskussion mit den Teilnehmern verlief – nicht zuletzt dank allseits eingeschalteter Videokameras – sehr locker und persönlich. So konnten zwischendurch auch mal gewichtige Themen wie die Höhen und Tiefen des 1. FC Köln besprochen werden.

Äußerst hilfreich war nach unserer Einschätzung und dem Feedback der Teilnehmer die zweiwöchige Zeitspanne zwischen dem Impulsvortrag und der ersten Ergebnispräsentation. Sie gab den Teilnehmern die Möglichkeit zur Reflexion und Entwicklung ihrer Ideen. Bei den Live-Veranstaltungen der vergangenen Jahre ergab sich dagegen aufgrund des kompakten Zeitformats das Problem, dass alle Anwälte quasi “auf Kommando” kreativ sein mussten – nach einer geselligen Party am Vorabend manchmal eine echte Herausforderung. Beim digitalen Format hatte dagegen jeder Teilnehmer die Gelegenheit, sich vorab in Ruhe Gedanken zu machen und diese sodann mit den Kollegen zu teilen/zu besprechen. 

Allerdings mussten wir auch feststellen, dass bei digitalen Formaten mehr Teilnehmer “auf der Strecke bleiben” als bei Präsenzformaten. Wer bei Termin 1, 2 oder 3 verhindert war, blieb dann auch den folgenden Terminen eher fern, mutmaßlich weil die Sorge bestand, inhaltlich nicht mehr mitzukommen. Und bei der Vielzahl von Online-Sessions war klar, dass es Terminkollisionen geben würde, zumal für alle operativ tätigen Kollegen der Jahresendspurt begonnen hatte.

Lessons Learnt

Bei einem waren Martin Schulz, Carsten Felsch und ich uns einig: Auf den persönlichen Austausch mit den Teilnehmern möchten wir nicht dauerhaft verzichten. Wir haben aber auch festgestellt, dass digitale Trainingsformate durchaus geeignet sind, sich zu vernetzen und fortzubilden. Vor allem geben solche Formate bei guter Planung den Teilnehmern ausreichend zeitliche Kapazitäten, um kreativ zu werden. Nach unserer Überzeugung sollte die Zukunft daher in einer Mischung aus Online-Formaten und Präsenzveranstaltungen mit persönlichem Austausch liegen. 

Teilnehmerperspektive: Analog-präsent vs. digital-virtuell – Constanze Wedding

Üblicherweise finden im Rahmen der Karrieretage Präsenzworkshops statt, die sich regelmäßig aus etwa 12 bis 25 Teilnehmern zusammensetzen. Je nach Referent, Thema und Teilnehmer wirken manche Workshops wie stille Schulveranstaltungen inklusive Frontalunterricht, andere Workshops wiederum sind laut, bunt, kreativ und voller lebhafter Diskussionen. Wie fühlt sich ein solches Seminar also digital-virtuell an?

Präsenz in einer Nicht-Präsenzveranstaltung

Mein erster Eindruck ist: In einer analogen-präsenten Gruppe kann man sich schonmal “wegducken” – bei der Online-Veranstaltung funktionierte das nicht. Die Teilnehmerzahl war mit etwa acht Teilnehmern kleiner. Jeder stellte seine Videokamera – und meistens auch den Ton – an. In dieser Nicht-Präsenzveranstaltung wirkte und war jeder Teilnehmer präsent. 

Zu meiner Überraschung spielte das digitale Format für den Lernerfolg keine Rolle – ganz im Gegenteil: Vielmehr trug es dazu bei, dass wir alle zusammen konzentriert bei der Sache waren und gemeinsam einen für uns zufriedenstellenden und erfolgreichen Workshop gestalteten. 

Das “kommunikative” Online-Seminar

Mein Online-Seminar über erfolgreiche Kommunikation zur Mandantengewinnung, -beratung und –bindung setzte sich aus vier zwei-stündigen Online-Meetings zusammen, die jeweils wöchentlich stattfanden. Erfrischende Referentinnen, eine direkte, aber nicht unangenehm wirkende Anrede, junge Kollegen, strukturierte Vorträge und regelmäßige Breakout Sessions für Übungen, Aufgabenlösen und zum Brainstormen in noch kleineren Gruppen sorgten für ein aktives Miteinander. 

So sollten wir beispielsweise in einer kurzen (fiktiven) Vorstellungsrunde uns selbst per Handykamera aufnehmen, um mehr über unsere Art des Präsentierens zu lernen. Die anderen Teilnehmer durften kritische Rückmeldung geben. Dieser Einstieg schaffte Vertrauen und Gelegenheit, uns an das Online-Format zu gewöhnen. 

Zugegeben: Im dritten Teil des Online-Seminars machte sich dann doch eine Art “Online-Müdigkeit” breit. Diese Müdigkeit dürfte aber in etwa mit der Phase eines Präsenzworkshops vergleichbar sein, der nach einer Mittagspause folgt. 

“Spontan-Treffen” und “Teaming-Moment”

Die – nur in der ersten Session – angesetzte Fünf-Minuten-Pause habe ich alleine vor meinem PC verbracht. Die Referentinnen und alle Teilnehmer schalteten Kamera und Ton aus. Schon seltsam. Niemand, mit dem ich mich über das gerade Erlebte austauschen kann. Niemanden, mit dem ich bei einer kleinen Erfrischung über meine aktuellen Arbeitsprojekte reden kann. Kein neues Gesicht, das ich im Wege des Small-Talks näher kennenlernen darf. Ich schwelge in Erinnerung: Kam nicht beim letzten Besuch der Karrieretage eine Zusammenarbeit mit einem Kölner Kollegen zusammen? Beim abendlichen Drink tauschten wir uns nicht nur über unsere gleichaltrigen Kinder aus, sondern kamen auch auf das Thema seiner Dissertation zu sprechen. Es war ein brand-aktuelles Thema über Prozessfinanzierung und inspirierte uns zu einem Blogbeitrag. Schade, dass solche – um es mit den aus seiner diesjährigen Ansprache stammenden Worten von Hubertus Kolster zu sagen – “Teaming-Momente” oder “Spontan-Treffen” ausblieben.

Andererseits: Lernte ich nicht gerade, meine Kommunikationsfähigkeiten auch online zu verbessern? Warum also nicht im Rahmen der nächsten Session meine neu erworbenen Skills anwenden und mit den anderen Teilnehmern, von denen ich nur drei flüchtig kannte, in Kontakt treten? Dazu kam es – mangels weiterer kurzer Pausen – leider nicht mehr. Das Programm war ambitioniert sowie einsatz- und lernintensiv. 

Die digitalen Karrieretage sind nun vorbei. Meine Kollegen und ich sind mit Online-Formaten dieser Art erfahrener und sogar selbstbewusster geworden. Höchste Zeit also für ein Online-Meeting mit den neu kennengelernten Kollegen, um Interessen- und Tätigkeitsschwerpunkte auszutauschen – und insgeheim hoffe ich jetzt schon auf meinen virtuellen “Teaming-Moment”. 

Digitale Karrieretage öffnen “digitale” Türen

Ob analog-präsent oder digital-virtuell, eines bleibt unverändert: Mein eigener Lernerfolg ist auch der Lernerfolg der anderen Teilnehmer – und ihr Lernerfolg ist meiner. In dieser Hinsicht stehen die digitalen Karrieretage 2020 dem analogen Konzept in nichts nach. 

Womit sie mir dennoch in besonderer Erinnerung bleiben? Ganz klar: Sie haben meinen Pandemiealltag kurzzeitig kurzweilig und abwechslungsreich gestaltet, sie haben mir die Möglichkeit eröffnet, mich bewusst Schritt-für-Schritt oder in meinem Fall Woche-für-Woche fortzubilden, sie haben mir die Scheu vor der Videotelefonie genommen. Idealerweise kann ich jetzt meine Kommunikationsfähigkeiten nicht nur im persönlichen Gespräch, sondern auch bei einem virtuellen Treffen gekonnt einsetzen. Damit haben mir die digitalen Karrieretage 2020 weitere, vor allem “digitale”, Türen geöffnet. 

Teilnehmerperspektive: Neueinsteiger – Marcel Heinen

Als ich als frischer Associate im August die Einladung per Mail zu den digitalen Karrieretagen im November erhielt, war ich zunächst überrascht, da ich mich zeitlich auf meine – angesichts der Corona-Pandemie auch digitalen – Onboarding-Tage für den Oktober vorbereitet hatte. Nachdem bereits diese Einführungstage trotz physischer Hindernisse ansprechend umgesetzt wurden, war ich hinsichtlich der Karrieretage entsprechend optimistisch gestimmt. Frühzeitig wurde das vielfältige Programm zugeschickt. So musste ich mich nur noch individuell entscheiden, für welche Online-Seminare Interesse besteht – die Anmeldung erfolgte bequem digital oder auf Zuruf. Bei dem umfangreichen Angebot war für jeden Teilnehmer mit den unterschiedlichen Karrierestufen etwas dabei.

Angemeldet habe ich mich dann letztendlich für das Webinar „Verhandeln für Juristen″, das von einem visierten Verhandlungstrainer an drei Terminen durchgeführt wurde. Während an Tag 1 noch die meisten Teilnehmer ihre Kamera dauerhaft aktiviert hatten, nahm diese Form der Beteiligung stetig ab. Spätestens am Tag 2 schaute ich lediglich noch auf unseren Referenten, der dennoch unsere aktive Beteiligung einforderte und gerne plötzlich im Teilnehmerkreis Personen direkt ansprach. So war unsere Aufmerksamkeit stets hoch und wir wurden trotz der Hemmungen zur Mitarbeit ermuntert. 

Nach einem kurzen Austausch über unsere persönlichen Vorstellungen für das Online-Seminar wurde schnell erkennbar, dass neben den rhetorischen Fähigkeiten insbesondere auch die psychologischen Hintergründe während einer Verhandlungssituation im Mittelpunkt stehen werden. Mit diesem Hintergrundwissen wurden Verhandlungstechniken vermittelt und anhand von Beispielen vertieft. 

Auch in meinem Online-Seminar übten wir in kleineren Breakout Sessions soeben vorgestellte Techniken (inverses Brainstorming, F.B.I., Präsentationsmodell) und stellten fest, welche Herausforderungen zu meistern sind, die Theorie in die Praxis zu übertragen. Für uns Anwälte folgte eine sehr nützliche Vorstellung zahlreicher Tricks bei der Argumentation mit unkooperativen Gesprächspartnern, zum strategischen Sympathieaufbau und zur persönlichen Vorbereitung von Verhandlungen. Spannend waren die Beiträge der Teilnehmer, die aus verschiedensten Rechtsgebieten kamen – so versuchten wir die Techniken direkt in unseren Arbeitsalltag einzubauen. 

Zusammenfassend war es eine lehrreiche Erfahrung. Auch wenn der Fokus ohne physische Präsenz auf der stimmlichen Überzeugung liegen musste, konnten wir alle viel lernen. Auch ich persönlich habe bereits viel Neues für die anwaltliche Tätigkeit mitnehmen können und hoffe darauf, das Gelernte im Alltag bald einsetzen zu können.

Die Herausforderungen der Corona-Pandemie haben alle Beteiligten bestmöglich gemeistert. Auch wenn der unmittelbar persönliche Austausch die erwähnten Themen sicherlich noch greifbarer gemacht hätte, ergänzten die Inhalte und Tipps für einen eigenen überzeugenden Webinar-Auftritt die aktuellen Herausforderungen perfekt. Nun heißt es, die neuen Erkenntnisse verarbeiten und in der Praxis umsetzen.

*Gemeint sind Personen jeder Geschlechtsidentität. Lediglich der leichteren Lesbarkeit halber wird künftig bei allen Bezeichnungen nur noch die grammatikalisch männliche Form verwendet.

Tags: 2020 Digitale Karrieretage


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