27. Juni 2011
Kanzleialltag

Weltmeisterschaft ist weiblich (zumindest grammatikalisch)

Gespannt schaue ich heute den Kollegen auf dem Flur hinterher. Was hat Kollege A da in der Hand? Etwa eine Vuvuzela? Fehlanzeige, es handelt es sich um ein Zubehörteil einer Maschine, ein Beweismittel aus einem laufenden Patentverletzungsverfahren. Aber da! Blitzt da nicht bei dem Kollegen B ein Trikot unter dem Hemd hervor? Nein, nicht richtig hingeschaut. Alles seriös wie immer. Die Hoffnung ruht nun auf Kollegen C: Flagge, Blumenkette, schwarz-rot-goldene Dreifachschminke – auf Nachfrage erhalte ich die Auskunft „Nicht vorrätig.″

Also Flucht nach vorne: „Kollegen, Jungs, es ist Fußball-WM! Im eigenen Land!″ Kollege A winkt ab und widmet sich wieder seinem Patentverletzungsverfahren. Kollege B murmelt etwas wie „Vielleicht… wenn Deutschland im Finale… Public Viewing.″ Einzig Kollege C bekennt zwar Farbe, aber nicht schwarz-rot-gold: „Ja, Frauen-Fußball-WM. Da steige ich nicht ein.″

Kollege D, der zufällig zu unserem Gespräch dazukommt, greift den Ball auf: „Frag doch mal die Arbeitsrechtlerinnen. Da könnt ihr ja zusammen Fußball schauen.″ Der Nachsatz, dass er uns gerne nochmals die Abseitsregel erkläre, ist immerhin nicht erst gemeint. Aber plötzlich prasseln die Fragen der eingefleischten Fußball-Kollegen auf mich ein: „Hast du dir denn ein Trikot gekauft?″ „Ihr Frauen müsst den Frauen-Fußball populär machen und in die Stadien gehen!″ „Dieses Sommermärchen ist was für Sommermädchen!″

Kollegen, entspannt euch: Es geht um die Frauen-Fußball-WM! Und Fußball schaue ich doch nur, wenn ihr selbst auf dem Platz steht! Trotzdem bin ich gespannt, ob den Bloggern unter den Kollegen auch zur Frauen-Fußball-WM (wie zur Männer-Fußball-WM 2010)  etwas einfällt…

Tags: Frauenfußball Fußball-WM


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