19. September 2013
international tätige Unternehmen
Compliance International

Compliance im Ausland: Herausforderungen für international tätige Unternehmen

Compliance im Ausland ist für international tätige Unternehmen eine große Herausforderung. Wir diskutieren auf unserer Compliance-Veranstaltung!

Wie kann ein international tätiges Unternehmen gesetzeskonformes Verhalten aller Mitarbeiter sicherstellen und welche Haftungsrisiken bestehen in Fällen, in denen das nicht gelingt? Wie sollten international tätige Konzerne mit den unterschiedlichen länderspezifischen Standards und Regelungen umgehen?

Um diese Fragen drehten sich die Debatten bei unserer Compliance-Veranstaltung in München, bei der sich Vertreter aus dem internationalen Wirtschaftsumfeld austauschten.

Compliance Officer: vielseitige Persönlichkeiten

Ein zentrales Thema der Veranstaltung war die Rolle des Compliance Officers. So mancher mag aufgeatmet haben, als er hörte, dass eine Außenhaftung in den meisten Fällen auf vorsätzliches Handeln beschränkt ist und sich zivilrechtliche  Haftungsrisiken durch D&O-Versicherungen abdecken lassen. Nichtsdestotrotz: Compliance Officern drohen im Fall eines Regelverstoßes Geldbußen oder sogar Freiheitsstrafen, wenn sie keine ausreichenden Strukturen zur Prävention geschaffen haben.

Welche Fähigkeiten müssen Compliance Officer also idealerweise mitbringen? Auf dem Podium herrschte schnell Einigkeit, dass neben juristischer Expertise vor allem Persönlichkeit und eine gute Vernetzung im Unternehmen wichtig für eine erfolgreiche Tätigkeit sei. Zudem müsse sich ein Compliance Officer zwar weltweit für einheitliche Standards im Unternehmen einsetzen, gleichzeitig aber die lokalen Umstände berücksichtigen – ein echter Balanceakt also.

Fallbeispiele und Expertentipps aus und für die Praxis international tätiger Unternehmen

Aus der Sicht eines dezentral organisierten Unternehmens berichtete Dr. Michael Henninger, Head of Compliance der Linde AG. Er betonte die Wichtigkeit von Kartellrechts- und Korruptionsprävention in China und Russland. Allerdings sei die Umsetzung keine leichte Aufgabe, bei der man in vielen Regionen nur mit kleinen Schritten vorankomme. Auch sollte man beim Schließen von internationalen Kooperationen und Joint Ventures im Eifer der Verhandlungen die Compliance-Klausel nicht vergessen.

Die Herausforderungen eines eher zentral gesteuerten Unternehmens schilderte Dr. Philip Matthey, Chief Compliance Officer der MAN SE. Erforderlich sei zwar einerseits eine internationale Vereinheitlichung von Compliance-Standards. Andererseits beschäftige man aber auch mehr als die Hälfte der Compliance-Mitarbeiter außerhalb der Zentrale in lokalen Teams. Denn: „Nur aus München heraus kann man die MAN-Welt nicht mit Compliance bedienen.″

Über die juristische Beratungspraxis in Russland und China informierten Dr. Ulrike Glück, Managing Partner bei CMS Hasche Sigle China, und Dr. Thomas Mühl, Counsel bei CMS Hasche Sigle München. Beide beschrieben ein ähnliches Bild: Sowohl Russland als auch China haben ihre Korruptionsbekämpfung ausgeweitet und nehmen zunehmend auch Unternehmen ins Visier. Dennoch sind die „Guanxi″ genannten, jahrelang gewachsenen Beziehungsnetzwerke in der chinesischen Wirtschaft weiterhin von großer Bedeutung. Und in Russland darf schon aufgrund der geschichtlichen Entwicklung des Landes keinesfalls die Mentalität unterschätzt werden.

Das Thema Compliance gewinnt also auch international an Bedeutung. Wirklich angekommen ist es aber laut Caspar von Hauenschild, Vorstand von Transparency International Deutschland e.V., noch immer nicht in allen Unternehmen: In einer Umfrage seiner Organisation gaben nur 25 Prozent der mittelständischen Unternehmen an, ihre Mitarbeiter in Compliance-Fragen zu trainieren. In Sachen Korruptionsbekämpfung sei daher besonders wichtig, nicht nur Transparenz, sondern vor allem auch Aufmerksamkeit zu schaffen.

Unsere Compliance-Roadshow geht weiter – die nächsten Stationen und Termine sind Berlin (19.9.), Köln (24.9.), Düsseldorf (17.10.) und Frankfurt / Main (29.10.). Zu weiteren Informationen und zur Anmeldung besuchen Sie bitte die Veranstaltungsseite.

Tags: Auslandscompliance China Compliance Officer Compliance-Roadshow Haftungsrisiken international tätige Unternehmen Korruptionsbekämpfung Russland


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.