13. Juni 2017
Private Equity Gesellschaften
Private Equity

Private Equity Gesellschaften – das Einbringen in die Unternehmen

Inwiefern sich Private Equity Gesellschaften in die Portfoliounternehmen einbringen, hängt oftmals von den verfolgten Ansätzen und Strategien ab.

Wie sich Private Equity Gesellschaften bei den Portfoliounternehmen einbringen, in denen sie investiert haben, hängt meist vom Einzelfall des Investments ab (z.B. Minderheits- oder Mehrheitsbeteiligung, Branche, Stadium des Investments).  Ebenfalls abhängig von der Form des Investments ist die von den Private Equity Gesellschaften verfolgte Strategie und deren Ansätze.

Das Ziel eines jeden Engagements seitens der Private Equity Gesellschaft ist die Wertgenerierung bzw. die Erzielung einer möglichst hohen Rendite.

Unterschiedliche Beitragsleistungen – Controlling und Beratung

Bei dem Beitrag, den die Private Equity Gesellschaften neben dem Investment – je nach Ansatz und Intensität – für die Portfoliounternehmen leisten, kann im Wesentlichen zwischen zwei Beitragsleistungen unterschieden werden:

1.) das Monitoring/ Controlling und 2.) die Beratung / Unterstützungsleistungen, wobei das Monitoring und Controlling wohl in jeder Konstellation von den Private Equity Gesellschaften, das heißt unabhängig vom jeweiligen Einzelfall und der jeweiligen Strategie, erbracht werden wird.

Monitoring / Controlling

Das Monitoring und Controlling umfasst die Kontrolle und Beobachtung des Portfoliounternehmens durch die Private Equity Gesellschaft bzw. mittels ihrer Beteiligungsgesellschaft über die Wahrnehmung der gesellschafterrechtlichen Informations- und Kontrollrechte.

Beratungs- und Unterstützungsleistung als aktive Tätigkeit

Die Beratungs- und Unterstützungsleistung umfasst dagegen aktive Tätigkeiten der Private Equity Gesellschaften, die über ein normales Gesellschafterverhältnis hinausgehen. Namentlich durch eine aktive Betreuung und Unterstützung des Managements in Form von der Bereitstellung von Know-how und Beratung.

„Hands-on″ und „Hands-off″ – zwei unterschiedliche Ansätze

Ob die Private Equity Gesellschaft „nur″ das Monitoring / Controlling als Beitragsleistung oder beide Beitragsleistungen erbringt, hängt maßgeblich davon ab, welchen prinzipiellen Ansatz die Private Equity Gesellschaft verfolgt. Grundsätzlich wird dabei zwischen zwei Ansätzen unterschieden – dem sogenannten „hands-on″ und dem sogenannten „hands-off″ Ansatz.

Bei der „hands-off″ Strategie können die Portfoliounternehmen weitestgehend unabhängig von der Private Equity Gesellschaft agieren. Die Private Equity Gesellschaft beschränkt sich bei dieser Strategie darauf, über ihre Beteiligungsgesellschaft dem Portfoliounternehmen das notwendige Kapital zur Verfügung zu stellen und sich auf dessen Monitoring und Controlling zu beschränken.

Bei der „hands-on″ Strategie hingegen kommt es neben dem Monitoring und Controlling auch zu Beratungs- und Unterstützungsleistungen.

Die Grenzen zwischen den beiden Ansätzen sind allerdings fließend. Welchen Ansatz die Private Equity Gesellschaft letztlich in welcher Intensität verfolgt – lediglich passiv kontrollierend oder auch aktiv beratend / unterstützend – hängt maßgeblich von den Erfordernissen des Portfoliounternehmens (z.B. schwaches Management) aber auch von den Kapazitäten der Private Equity Gesellschaft selbst ab.

Grundsätzlich ist eine aktive Einflussnahme seitens der Private Equity Gesellschaft eher dann zu erwarten, wenn es sich bei dem Investment noch um eine frühe Finanzierungsstufe handelt. Das Erfordernis einer beratenden und unterstützenden Tätigkeit seitens der Private Equity Gesellschaft nimmt dann mit zunehmender Reife und Größe der Portfoliogesellschaft ab.

Beispiele für die aktive Einflussnahme auf das Portfoliounternehmen sind die Veränderung der Governance-Struktur, die Veränderung der Organisationsstruktur, die Veränderung der Strategie und Geschäftsentwicklung und des Finanz- und Vermögensmanagements.

Die aktive Einflussnahme beschränkt sich häufig auf die Beratung hinsichtlich der finanziellen und strategischen Ausrichtung des Portfoliounternehmens und erfasst nur selten auch die Einflussnahme auf operative Geschäftsprozesse.

Umsetzung der unterschiedlichen Beitragsleistungen

Das Controlling / Monitoring geschieht über das Berichtswesen und über die Ausübung der mit den erworbenen Beteiligungen verbundenen Gesellschafterrechte und insbesondere mit den damit verbundenen Informationsrechten. Die Wahrnehmung von Vertretungen in Beiräten und/oder Aufsichtsräten der Portfoliogesellschaften gehört ebenfalls zum Controlling / Monitoring.

Über die Beiräte und Aufsichtsräte können die Private Equity Gesellschaften auch abseits der Gesellschafterversammlung Einfluss auf die Geschäftsleitung nehmen. Gesellschaftsverträge werden zu diesem Zweck oftmals so ausgestaltet, dass die Geschäftsleitung für eine Vielzahl von Geschäftsführungsmaßnahmen der vorherigen Zustimmung durch die Beiräte/Aufsichtsräte bedarf.

Unsere Beitragsreihe stellt wichtige Aspekte rund um das Thema Private Equity dar. Bereits erschienen ist ein Beitrag zum Thema „Beteiligungskapital für Anteile an Unternehmen″, zu den Beteiligten und Akteuren einer Private Equity Transaktion und über die Besonderheiten des Private Equity sowie zu den Zahlen und Fakten und der Frage: Private Equity Fonds – Woher kommt das Geld? Zuletzt erschienen sind Beiträge über die Zusammenarbeit mit einem Private Equity Investor, über die Finanzierung von Private Equity Transaktionen, zu den Strategien von Private Equity Gesellschaften und zum Management bei Private-Equity-Transaktionen.

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