28. März 2017
Private Equity Investor
Private Equity

Wie findet man den passenden Private Equity Investor?

Wie findet man den passenden Private Equity Investor? Welche Schritte erfolgen danach für die Parteien? Eine Übersicht über die Abläufe finden Sie hier.

Bei einer Private Equity Transaktion müssen zunächst einmal der potentielle Private Equity Investor und die Gesellschafter des Unternehmens, an dem die Beteiligung erfolgen soll, zueinander finden. Das erfolgt häufig über M&A-Berater oder Investmentbanken.

Vertraulichkeit für Private Equity Investor

Haben sich die potentiellen Interessenten sodann gefunden, sollte recht früh eine Vertraulichkeitsvereinbarung, auch Non Disclosure Agreement (NDA) genannt, abgeschlossen werden. Dabei ist es unbedingt ratsam, die Vereinbarung vor der Herausgabe vertraulicher Informationen abzuschließen.

Die Vertraulichkeitsvereinbarung soll verhindern, dass durch Bekanntwerden der beabsichtigten Private Equity Transaktion das operative Geschäft des jeweiligen Unternehmens beeinflusst wird. Zudem dient die Vertraulichkeitsvereinbarung dem Zweck, dass der Private Equity Investor die erhaltenen Informationen ausschließlich für die Bewertung des jeweiligen Unternehmens nutzt.

Einigung auf Eckpunkte

Vor der eigentlichen Prüfung und Analyse des jeweiligen Unternehmens (Due Diligence), also schon in einem frühen Stadium der beabsichtigten Transaktion, wird zwischen dem Private Equity Investor und dem jeweiligen Unternehmen oder dessen Gesellschaftern ein so genannter „Letter of Intent″ unterzeichnet. Dieser wird gelegentlich auch als Memorandum of Understanding, Term Sheet oder Absichtserklärung bezeichnet. Unabhängig von der Bezeichnung enthält dieses Dokument die Eckpunkte der Private Equity Transaktion. Dazu gehören das Ziel und die Struktur der Transaktion und der zeitliche Ablauf.

Due Diligence Prüfung durch Private Equity Investor

Hat man sich über den Letter of Intent einmal geeinigt, treten die Parteien in die Due Diligence Prüfung ein. Hierbei richten die Private Equity Investoren besonderes Augenmerk auf das Konzept und die Strategie des Unternehmens. Auch die Marktchancen der Produkte, sowie die Unternehmensfinanzierung und das Management des jeweiligen Unternehmens werden ausgiebig geprüft. Letzteres ist sehr wichtig, da das Management das Unternehmen in aller Regel weiterführen soll. Währenddessen übt der Private Equity Investor seine Rolle als Gesellschafter in der Gesellschafterversammlung oder/und im Beirat/Aufsichtsrat aus.

Verhandlung zwischen Investor und Verkäufer

Am Ende einer erfolgreichen Due Diligence steht die Erstellung und Verhandlung einer umfangreichen Vertragsdokumentation. Hierzu zählt vor allem häufig ein Kauf- und Abtretungsvertrag (Share Purchase and Transfer Agreement). Durch diesen wird die Beteiligung des jeweiligen Verkäufers am Unternehmen durch den Private Equity Investor erworben.

Soll dem Unternehmen durch die Beteiligung des Private Equity Investors frisches Geld zufließen, so erfolgt entweder eine Kapitalerhöhung bei dem Unternehmen oder es wird eine Zuzahlung in die Kapitalrücklage vereinbart. Alternativ oder zusätzlich hierzu kann das Unternehmen auch durch neue Gesellschafterdarlehen finanziert werden. Für all das wird ein separater Beteiligungsvertrag unter Einbeziehung des Private Equity Investors abgeschlossen.

Regelmäßig wird in diesem Zusammenhang auch der Gesellschaftsvertrag des Unternehmens neu gefasst und eine gesonderte Gesellschaftervereinbarung (Shareholders‘ Agreement) geschlossen. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn der Private Equity Investor das Zielunternehmen nicht vollständig erwirbt. Denn gerade dann muss das Verhältnis zwischen den beteiligten Gesellschaftern untereinander geregelt werden.

Die Erforderlichkeit des Shareholders‘ Agreements ergibt sich insbesondere auch im Falle einer Beteiligung des Managements am jeweiligen Unternehmen.

Im Übrigen wird der Private Equity Investor – neben den Vereinbarungen mit dem Verkäufer und/oder den Gesellschaftern des Zielunternehmens – auch Vereinbarungen mit Banken zur Fremdfinanzierung seines beabsichtigten Erwerbs führen.

Vertragsschluss

Hat man sich auf die notwendige Vertragsdokumentation geeinigt, steht die Unterzeichnung der Dokumente an (Signing). Der Übergang des Eigentums an den Anteilen (Closing) und das Signing fallen oftmals auseinander.

Dies beruht meist auf der Tatsache, dass das Closing unter weiteren Bedingungen, wie der kartellrechtlichen Freigabe, der Durchführung von Restrukturierungsmaßnahmen oder der Zustimmung von Dritten steht.

Zukünftige Zusammenarbeit von Private Equity Investor und Management

Nach dem erfolgreichen Abschluss einer Private Equity Transaktion kann die unternehmerische Zusammenarbeit beginnen. Um die Steigerung des Unternehmenswerts für den späteren Exit sicherzustellen, wird der Private Equity Investor dem Management beratend zur Seite stehen, dieses aber auch kontrollieren. Auch an strategischen Entscheidungen wird der Private Equity Investor mitwirken. Ferner wird er sich häufig um steuerliche Optimierungen kümmern und die Kommunikation mit den Banken übernehmen.

Der Exit

Für den Exit durch den Private Equity Investor bieten sich verschiedene Möglichkeiten.

Das Unternehmen kann an einen strategischen Investor, so werden Wettbewerber oder Großunternehmen bezeichnet, die einen weiteren Geschäftsbereich erwerben möchten, veräußert werden.

Der Private Equity Investor kann seine Beteiligung aber auch im Rahmen eines Börsenganges veräußern (Initial Public Offering – IPO).

Denkbar ist schließlich außerdem die Weiterveräußerung an einen anderen Private Equity Investor (Secondary) oder ein Rückkauf durch den ursprünglichen Inhaber.

Die Beteiligung des Private Equity Investors als Gesellschafter ist mit einem Exit beendet und im besten Fall ist das Unternehmen mit einem höheren Unternehmenswert weiterhin erfolgreich am Markt tätig.

Unsere Beitragsreihe stellt wichtige Aspekte rund um das Thema Private Equity dar. Bereits erschienen ist ein Beitrag zum Thema „Beteiligungskapital für Anteile an Unternehmen″, zu den Beteiligten und Akteuren einer Private Equity Transaktion und über die Besonderheiten des Private Equity sowie zu den Zahlen und Fakten und der Frage: Private Equity Fonds – Woher kommt das Geld? Zuletzt erschienen sind Beiträge über die Finanzierung von Private Equity Transaktionen, zu den Strategien von Private Equity Gesellschaften, zum Management bei Private-Equity-Transaktionen und die Einbringung von Private Equity Gesellschaften in die Portfoliounternehmen.

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