12. Januar 2018
Arbeitsgericht Lübeck
Arbeitsrecht Service

Deutschlands Arbeitsgerichte (22) – Lübeck

Wir zeigen in unserer Serie Deutschlands Arbeitsgerichte – die Gebäude, ihre Architektur und die Umgebung. Heute geht es in den hohen Norden zum ArbG Lübeck.

Lübeck hat natürlich deutlich mehr zu bieten, als Marzipan und Holstentor – unter anderem ein Arbeitsgericht. Es liegt nicht in der Altstadt, die – seit 1987 Weltkulturerbe – mit ihren sieben Türmen auf einer Insel zwischen Trave und Elbe-Lübeck-Kanal liegt.

Das Arbeitsgericht hat sich im nördlichen Stadtteil Burgtor, der sich vor dem gleichnamigen Tor ausbreitet, angesiedelt. Hier entstanden im 18. und 19. Jahrhundert bedeutsame Sommerhäuser Lübecker Familien, in nächster Nähe zum heutigen Gericht lag allerdings bis 1794 auch die Richtstätte der Lübecker. Das Gericht in der Neustraße ist von Stadtvillen umgeben.

Das Gerichtsgebäude ist ebenfalls eine Stadtvilla, allerdings aus den 1970er Jahren und setzt sich damit deutlich von seiner Umgebung ab. Die Fassade zur Straßenseite aus rötlichem Klinkerstein wird in ihrer Mitte nur durch zwei Fensterflächen im Hochparterre und im Erdgeschoss durchbrochen.

Die Traufkante ist mit umlaufenden Blechen verkleidet, dahinter verbirgt sich ein um das gesamte Staffelgeschoss auf dem Dach herumlaufender großzügiger Balkon.

Auf die oberste Etage hat man hintereinander liegende Satteldächer gesetzt, die den charakteristischen Deckel des Hauses formen.

Die seitlichen Fassaden sind durch Fensterflächen und deren Verkleidung geprägt, hier bilden die verklinkerten Flächen den Kontrast zu den Fenstern.

Typische Elemente der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts sind sicherlich auch die Klinkerraster an der rechten Fassade, hinter denen sich ebenfalls Scheiben verbinden. Gleiches gilt für außen liegenden Regenabflüsse und die Verschalungen am Dach.

Bis ins Jahr 2000 reichte dem Gericht sein Gebäude, in ursprünglich mehrere Wohnungen eingerichtet waren, vom Platz her völlig aus. Ab dem Jahr 2000 ergaben sich dann aber steigende Fallzahlen durch hinzukommende Zuständigkeiten im früheren „DDR-Gebiet″, die zu beengten Verhältnissen mit zu kleinen „Sälchen″ führten. Diese Enge hat der neue, auf dem hinter dem Haus liegenden Parkplatz errichtete Anbau beseitigt. Von der Straßenseite ist er kaum auszumachen. Wo keine Fenster sind, ist er verputzt. Auf dem Anbau hat man auf einer Verlängerung des Staffelgeschosses verzichtet, eigentlich eine ideale Lage für eine Sonnenterrasse!

Durch die Verlegung des Eingangs in das Erdgeschoss, kann man auch auf die frühere, wenig ansehnliche, Brücke verzichten, die noch auf dem bei Wikipedia hinterlegten Bild sichtbar ist.

Bei meinem ersten Besuch vor über einem Jahr befand man sich noch mitten im Umbau, Bereiche waren abgesperrt, Kabel führten durch das neue Gebäude.

Das war dann bei meinem zweiten Besuch anders: Nach dem Umbau gibt es nun zwei Treppenhäuser. Das alte Treppenhaus mit Stufen aus dunklem Stein und einem an der Wand umlaufenden Geländer bildet einen Kontrast zum Treppenhaus im Neubau mit seinen gefliesten Stufen und dem innenlaufenden Metallgeländer.

Das Gericht verfügt jetzt über drei großzügige Säle. Einer der früheren Säle ist nun offener Wartebereich. Die Räumlichkeiten sind deutlich beschriftet. Den auch als Mediationsraum zu nutzenden Saal hat man daher mit einem „M″ versehen.

Die Flure sind, was ihre Ausstattung betrifft, sehr schlicht gehalten.

Großzügiger kommt die Möblierung in den Sälen daher. Bequeme Rollsessel, hölzerne Richtertische, ausreichende Bestuhlung für Besucher.

Hinzukommt die Media-Ausstattung, die neben Lautsprecher und Beamer auch Bedieneinheiten auf den Richtertischen umfasst.

Das Gericht verfügt über eine gut ausgestattete Bibliothek, deren Schreibarbeitsplatz über dem Eingang ins Gebäude thront.

Der frühere verwinkelte, rechts neben dem Gebäude befindliche Eingang wird jetzt nur noch von den Bediensteten genutzt. Die Besucher gehen links am Gebäude vorbei und betreten das Gericht durch den Eingang im Erdgeschoss des Anbaus.

Alte Elemente finden sich im „Altbau″, sei es die Beschilderung der Toilettenräume oder die Türsprechanlage.

Das Gerichtsschild mit dem Wappen Schleswig-Holsteins ist natürlich zeitlos. Dass es von rechts nach links gewandert ist, lässt sich dem alten Wikipedia-Bild entnehmen.

Das Gebäude des Arbeitsgericht Lübeck bietet nicht nur einen Kontrast zu seiner Umgebung, sondern auch seine ganz eigenen Besonderheiten unter Deutschlands Arbeitsgerichten.

Die Serie widmet sich Deutschlands Arbeitsgerichten – den Gebäuden, ihrer Architektur und der Umgebung

Hier geht es zum Arbeitsgericht Hannover, die vorhergehenden Teile finden Sie hier: Radolfzell, Wesel, Offenbach am Main, Bochum, Bremen, Detmold, Hamburg, Koblenz, KarlsruheDarmstadt, Duisburg, Ulm, Stuttgart, Berlin, Ravensburg, München, Saarbrücken, Köln, Siegburg, Frankfurt.

Tags: Arbeitsgericht Lübeck Architektur Gebäude Lübeck Neustraße 2

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